Umsonst arbeiten in der Kleintierklinik? Zum Mäusemelken!

Umsonst arbeiten in der Kleintierklinik? Zum Mäusemelken!

Ver.di kämpft inner- und außerhalb der Personalräte an der Freien Universität gegen prekäre Arbeit und für gesicherte Arbeitsverhältnisse, die nach Tarif bezahlt werden. Dabei geht es keineswegs nur Werkverträge, Outsourcing oder Leiharbeit, sondern auch um Gratis-Arbeit in den Tierkliniken.

Über Jahre wurden approbierte Tierärztinnen oder Tierärzte, die promovieren oder ein sogenanntes „Internship“, also ein Praktikum, absolvieren wollten, als Vollzeit-Gratis-Jobber unter Vertrag genommen und ausgebeutet. Die Freie Universität hat einfach das de-facto-Arbeitsverhältnis als „Ausbildung“ definiert. Es kommt noch besser: Dieselben Personen hat die FU Berlin zusätzlich als Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer für Nacht- und Wochenenddienste beschäftigt. Der Personalrat hat der Leiharbeit in diesem Bereich schon vor längerem ein Ende gesetzt. Die Freie Universität ist aber eine kreative Arbeitgeberin und beschäftigte fortan besagte Personen nachts als „Gastdozenten“ für die diversen Nacht- und Wochenenddienste. Das bedeutete dann schon mal eine 70-Stunden-Woche bei minimaler Bezahlung weit unter dem Mindestlohn und fernab des Tarifvertrages der Länder (TV-L).
Die in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen im Personalrat Dahlem haben sich in den letzten Jahren sehr engagiert und erfolgreich in den Tierkliniken des Fachbereichs Veterinärmedizin für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Personalrat vor dem Verwaltungsgericht einen Vergleich erstreiten konnte, der die „Interns“ und „Gastdozenten“ als Beschäftigte anerkennt, die unserer Auffassung nach auch selbstverständlich entsprechend TV-L entlohnt werden müssen.

Noch warten wir aber auf die Umsetzung dieses Vergleichs und nach unseren Erfahrungen u.a. im Botanischen Garten müssen wir leider befürchten, dass der Vergleich ohne Aufrechterhaltung des Drucks auf die Leitung der Freien Universität nicht umgesetzt wird.

2016_11_7_Flugblatt VetMed

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