Unterstützt den Streik der Gorillas-Beschäftigten!

Unterstützt den Streik der Gorillas-Beschäftigten!

Die Gorillas Technologies GmbH ist ein 2020 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Berlin, das einen Lieferdienst für Lebensmittel und andere Supermarktwaren in Großstädten betreibt. Dazu gehören eine Online-Bestellplattform, kleine Auslieferungslager in zentralen Lagen und angestellte Fahrradkuriere. Das Unternehmen wirbt, dass die Auslieferung beim Kunden innerhalb von 10 Minuten nach Auftragseingang erfolgt. Die kämpfenden Beschäftigten des Lieferdienstes halten dagegen. Sie schrieben  auf ihren Streikbanner: »Wir organisierten uns in weniger als 10 Minuten.«

Immer wieder sind die Gorillas-Beschäftigten in den letzten Wochen in den sogenannten wilden Streik* getreten. Sie klagen über schwere Rucksäcke, von denen mal blaue Flecken bekommt, verspätete Gehälter, unzureichende Schlechtwetterkleidung.

Weil die Gorillas-Beschäftigten überwiegend mit Arbeitsverträgen mit sehr kurzen Befristungen konfrontiert sind, wird eine gewerkschaftliche Organisierung durch das Unternehmen so gut wie verunmöglicht. Ihre sechsmonatige Probezeit mündet direkt in einen auf 1 Jahr befristeten Arbeitsvertrag. Beide Zeiträume, sowohl die Probezeit, als auch das befristete Arbeitsverhältnis, nutzt das Unternehmen konsequent, Beschäftigte, die sich für einen Tarifvertrag engagieren, auszutauschen.

Notgedrungen traten die Beschäftigten nun mehrfach in einen sogenannten wilden Streik und warfen weiterführende Fragen über das Streikrecht auf:

Warum ist es in Deutschland nicht möglich gegen Befristungen, Outsourcing und Betriebsschließungen zu streiken, weil ja – das zeigt der Arbeitskampf der Gorillas-Beschäftigten – genau das wirksame Instrumente sind, gewerkschaftliche Organisierung und Tarifbindung zu verhindern?

Längst haben nicht zuletzt die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die immer mehr Befristungen und Outsourcing zulassen, zu einem Rückgang der Tarifbindung geführt. Laut statistischem Bundesamt im früheren Bun­des­ge­biet 1998 noch für 76 % der Beschäftigten ein Tarifvertrag. 2019 verfügten bundesweit lediglich 45 Prozent über einen Tarifvertrag.

Der wilde Streik der Gorillas stellt durch seine mediale, bundesweite Präsenz diesen Missstand in Frage und ist somit ein wertvoller Diskussionsanstoß für alle Gewerkschafter:innen.

Weil es sich um einen wilden Streik handelt, bekommen sie kein Streikgeld und haben zusätzlich zu ihren prekären Löhnen, finanzielle Einbußen zu verzeichnen.

Wir rufen deshalb die ver.di-Kolleg:innnen der Freien Universität Berlin dazu auf, den Streik der Gorillas-Beschäftigten zu unterstützen und in deren Streikkasse einzuzahlen.

Bankverbindung:

Name: fairsichern community e.V

IBAN: DE48430609677918887700

BIC: GENODEM1GLS

Verwendungszweck: SPENDEKX6HV9

Die Spenden werden von den Streikenden verwendet für:

  • Streikgeld für die Arbeiter:innen
  • Deckung der Anwaltskosten
  • Unterstützung von Schwesterkämpfen und Aufbau der Gemeinschaft

Weiterführende Informationen zu wilden Streiks:

HalbzehnFM, Podcast zu wilden Streiks: https://www.youtube.com/watch?v=7tCQ_2jR0sE

Artikel Junge Welt, Falsche Glaubenssätze: https://www.jungewelt.de/artikel/404811.wilder-streik-bei-gorillas-falsche-glaubenss%C3%A4tze.html

* Als wilder Streik wird eine kollektive Arbeitsniederlegung einer Belegschaft bezeichnet, die unabhängig von einem Streikaufruf einer Gewerkschaft einen Arbeitskampf führt.

1 Kommentar zu "Unterstützt den Streik der Gorillas-Beschäftigten!"

  1. Julius Grzimek | 16. Juli 2021 um 13:12 | Antworten

    Super! Und es ist ganz wichtig, dass dieser “wilde Streik” von den Gewerkschaften unterstützt wird und die Kolleg*innen die Solidarität von ihnen erfahren, die sie brauchen und wünschen.

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