Skandal: Kündigungsversuch des Präsidiums der Freien Universität Berlin gegen Mitglied des Gesamtpersonalrats

UPDATE 19.09.2019: Wie wir in Erfahrung bringen konnten, geht die FU vor das Verwaltungsgericht! Über weitere Details werden wir zu gegebener Zeit informieren, insbesondere über den Termin der *öffentlichen* Verhandlung!

Am 28.8.2019 hat die Dienststellenleitung der FU den Versuch unternommen, gegen einen ver.di-Kollegen, Mitglied im Gesamtpersonalrat (GPR), eine außerordentliche krankheitsbedingte Kündigung zu vollziehen, was vorerst durch den GPR verhindert werden konnte. Die Leitung benutzt hier das schärfste Schwert, das ihr zur Verfügung steht, um einen Kollegen, der sich in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen für die Interessen der Beschäftigten engagiert hat, die Existenzgrundlage zu rauben.

Wir ver.di-Vertrauensleute sehen darin einen Angriff nicht nur auf einen einzelnen Kollegen, sondern auf alle, die der Leitung unbequem sind. Insbesondere der von ver.di gestellte Gesamt­personalrat hat aktuell wohl den Unmut der Leitung hervorgerufen, da er sich z.B. gegen die Basta-Politik beim Betriebsurlaub, gegen Missachtung des Schutzes der Beschäftigtendaten und für die Respektierung seiner Mitbestimmungsrechte einsetzt. Mit dem Angriff auf eines seiner Mitglieder sollen die Mitglieder des Gremiums eingeschüchtert und andere Beschäftigte abgeschreckt werden, zukünftig für die Interessen der FU-Beschäftigten einzutreten.

Da der GPR selbstverständlich dem Antrag der Dienststelle die Zustimmung verweigert hat, müsste diese nach der Gesetzeslage nun vor das Berliner Verwaltungsgericht ziehen, um die fehlende Zustimmung des GPR ersetzen zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir keine Information, ob die FU das tun wird.

Wir fordern die sofortige Rücknahme des Antrags auf Kündigung!

Wir werden jetzt und in Zukunft Angriffe auf engagierte Kolleginnen und Kollegen nicht dulden!

Skandal im Skandal: Das Verhalten des Personalrats Dahlem (PRD)

Der betroffene Kollege war zum Zeitpunkt des Kündigungsantrags auch Mitglied des Personalrats Dahlem. Daher musste die Dienststelle einen entsprechenden Antrag auch an den PRD stellen. Ob man es nun glaubt oder nicht: Dieser „Personalrat“ hat beschlossen, dem Kündigungsantrag der Dienststelle zuzustimmen! Deutlicher kann man nicht zeigen, wessen Interessen man eigentlich vertritt. Welchen Schutz können Beschäftigte, die das Pech haben, wiederholt länger zu erkranken, von einer solchen „Interessenvertretung“ (oder soll man sagen Interessenwegtretung?) noch erwarten, die nicht einmal ihr eigenes Mitglied schützt?

Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass es nächstes Jahr die Möglichkeit geben wird, bei den Wahlen Personalräte zu wählen, die ihre Aufgabe ernst nehmen und sich nicht als Unterabteilung der Personalabteilung verstehen.

Lassen Sie die engagierten Kolleginnen und Kollegen nicht allein, zeigen Sie sich solidarisch und – am besten – machen Sie mit bei uns, werden Sie wie hunderte Andere an der FU ver.di-Mitglied! Gemeinsam sind wir stark, und mit vielen stärker!

Einstimmig angenommene Resolution der Vertrauensleute-Versammlung der ver.di-Betriebsgruppe der Freien Universität vom 10.9.2019

7 Kommentare zu "Skandal: Kündigungsversuch des Präsidiums der Freien Universität Berlin gegen Mitglied des Gesamtpersonalrats"

  1. Unglaublich! So kennen wir die FU und den PRD. Der Text trifft genau den Kern. Von einer Fürsorgepflicht für Beschäftigte keine Spur.

  2. Mitarbeiterin an der Freien Universität | 13. September 2019 um 8:57 | Antworten

    Hallo,

    in dem Text befindet sich ein Fehler. Es muss InteressenZERtretung statt InteressenWEGtretung lauten.

    Viele Grüße und Danke für Euer Engagement

  3. Das was die FU Berlin hier tut ist ein Skandal an sich und zeigt deutlich was man von Demokratie und Mitbestimmungsrechten von Seiten des Präsidiums der FU Berlin hält.
    Nämlich gar nichts. Personalräten die sich einsetzen soll gezeigt werden, wenn ihr nicht wie der PRD tut was wir wollen kann es euch genauso gehen.
    Zum PRD kann man sich nur fragen warum handelt er so, was hat er davon einen Kollegen abzuschießen
    Möge sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen.

  4. Wundern tut mich nix mehr. Hier wird einer, der was tut, gefeuert. Andere bekommen eine gut dotierte Stelle zugeschustert, obgleich überhaupt nicht dafür qualifiziert.

  5. infach nur schamlos und empörend!
    FU:fair&unbefristet solidarisiert sich ebenfalls

  6. Hier wird alles in die Waagschale geworfen um die nächste Wahlperiode zugewinnen. Das gewisse Leute dazu bereit sind , bestimmte Grenzen zu überschreiten, haben sie hiermit bewiesen.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*